Vom Wohnmobil aufs Segelboot – Unsere Weltreise mit Hund und Katzen beginnt

Meine Familie und ich bereisen mit zwei Katzen und einem Hund unsere schöne Erde. Angefangen hat alles mit dem Traum die ganze Welt zu sehen. Nachdem wir viele Jahre mit unserem Wohnmobil unterwegs waren und uns immer wieder das Meer stoppte, beschlossen wir, die Erde über das Wasser zu erforschen. Nach langem Überlegen und vielen Gesprächen bei Simons herrlicher Pasta, setzten wir uns eine Deadline, um unser Vorhaben zu verwirklichen. Wir kauften ein Boot und kündigten unser wunderschönes Zuhause in Berlin, zwischen Wald und dem Wannsee. Ein Marathon begann, denn viele Jahre voller schöner Dinge wollten verschenkt und losgelassen werden. Wie ein Fass ohne Boden gestalteten sich die letzten Tage, gepaart mit schönen Erinnerungen und der Angst, ob wir das Richtige tun. Wir feierten Weihnachten im kleinen Kreis der Familie, in einem fast leeren Haus mit einem Mini-Tannenbaum.

Berlin: Wir lachten, sangen, tanzten und stritten uns ab und zu. Wir feierten Geburtstage, besondere Feste und entließen unseren Sohn als jungen Mann in die Freiheit. Unser Zuhause war ein Abenteuerspielplatz für unsere Katzen und ein neues Heim für Budhi, der als Welpe zu uns kam. Ein Garten, in dem wir im Winter mit den Kindern rodeln konnten und im Sommer im aufblasbaren Pool, Ball spielten. Ein Garten, der zu jeder Jahreszeit ein Geschenk war, weil er immer blühte. Wenn ich morgens aus dem Küchenfenster schaute, sah ich unseren „Ehebaum“, einen asiatischen Ahorn, dem es hier so gut gefiel, dass er seine Wurzeln tief in die Erde schob und sehr schnell groß und wunderschön wurde. Im Sommer leuchteten seine Blätter wie roter, samtener Wein, im Herbst sah es aus, als würde er brennen und im Winter dachte ich oft: Wie können so zarte Zweige die schwere Last des Schnees tragen, ohne zu brechen? All die Jahre erinnerte er mich an unsere Liebe, an unsere Ehe. Egal wie das Leben tobte, er stand bei jedem Wetter aufrecht und schien fast so, als neige er seinen Kopf zu mir. Man verlässt Orte und Dinge, doch ein Teil bleibt immer. Erinnerungen an den Kirschbaum, den wir pflanzten, oder die weiße Magnolie als Andenken an unsere geliebte Katze Tschunie, die viel zu früh von uns ging. Am 31.12.2023 schlossen wir die Tür in der Straße zum Löwen und zogen in unser 14-Quadratmeter-Wohnmobil.

Eine letzte Runde mit Budhi zum Wannsee, vorbei an Freunden, Bekannten und Nachbarn, ein letztes Mal den kleinen Berg hinunter. Valerie, eingekuschelt in meinem Arm, weinte leise. Ich hatte schon Tage zuvor geweint, hatte Zeit, mich zu lösen und Abschied zu nehmen. Valerie verabschiedete ihre Ballettgruppe und ihr Voltigier-Team mit viel Kuchen, und wir schmissen für sie einen Disco-Abend, bei dem die gesamte untere Etage zu einer Party-Meile wurde und alle ihre Klassenkameraden da waren. Es war ein Abschied von ihrem Zuhause, von ihrer Katze, von all den Momenten, die sie hier erlebt hatte. Unser Abenteuer begann mit Tränen, und doch freuten wir uns sehr, denn jetzt begann etwas, von dem wir nie gedacht hätten, dass es so sein würde. Fragt man Valerie: „Wollen wir nach Wannsee?“ Dann lächelt sie und sagt: „Vielleicht später, zuerst will ich die Welt sehen…“

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