Von Sao Jacinto geht es über Figueira de Foz, nach Sao Martinho Do Porto. Sao Jacintos Strände sind weitläufig und fast unberührt und Teil des Naturschutzgebiets, des Reserva Natural Dunas. Hier gibt es unzählige Wanderwege und Vogelbeobachtungsplätze inmitten ruhiger, bewaldeter Dünen und man kann stundenlang am Strand, neben dem wilden Atlantik laufen. Der Ankerplatz war sehr schön und ruhig, obwohl hier die Fähre unterwegs ist.
Ankerkoordinaten: 40°39 N 8°43 W

In Sao Jacinto kaufen wir endlich Gas und bekommen auch den richtigen Adapter dazu! Wir hatten den Plan als nächstes auf die Azzoren zu fahren, dass fällt ins Wasser und macht mich sehr traurig. Simon hat sich entschlossen in die Toscana zu reisen, auf das grosse Hochzeitsfest seines Freundes, der letztes Jahr im November geheiratet hat. Also überlegen wir stattdessen nach Madeira aufzubrechen, wenn Simon wieder da ist. Nun ja, mit dem Planen, dass ist so eine Sache….


In Figueira de Foz, verbringen wir eine Nacht, füllen Wasser auf, machen einen Grosseinkauf und besuchen abends das Stadtfest. https://portofigueiradafoz.pt.

Wir überspringen Nazaré und kommen abends in einer der schönsten Buchten an, die ich auf unserer Reise gesehen habe. Eine schaukelige Angelegenheit zwar, aber es ist soooo wunderschön! Simon hat wiedermal zugeschlagen, er hat einfach das Händchen für bezaubernde Orte. Hier wollen wir drei Tage bleiben, mindestens :), aber aus drei Tagen werden fünf, aus einer Woche, 10 Tage. Warum? Ich weiss es nicht, hier fühle ich mich einfach wahnsinnig wohl. Ein bisschen wie nach Hause kommen. Ankerkoordinaten: 39°31 N 9°09 W

In dieses Haus habe ich mich sofort verliebt! Es hat mich gerufen. „Schau mal Vivian, hier könntest du mit deiner Familie leben, deine Seelenreise und Yoga Workshops anbieten. Du könntest deine Gäste beherbergen, Frühstück für sie machen und am Nachmittag Kuchen und Kaffee auf der oberen Terrasse reichen! Wäre ich denn nicht genau das Zuhause, was du suchst? Alleine schon wegen meiner Farbe?“-“ Hast du dich in das Haus verliebt?“, unterbricht Simon meine Gedanken. Simon kennt mich so gut! Ich grinse. „Ja, es gefällt mir sehr gut, aber es fehlt mir der Wald und ich brauche mehr Einsamkeit!“, antworte ich. Stunden später entdecken wir in der Stadt ein Immobilienbüro, im Schaufenster hängt das Bild, vom littel Pink…“Nicht mal so teuer!“, sagt Simon und ich überlege…

Der Ort ist in Partystimmung, Sao Martinho begrüsst uns mit lauter Musik und Feuerwerk, dass macht richtig gute Laune, aber nach so einem langen Segeltag, wollen wir nur noch ins Bett und morgen den Ort erkunden. São Martinho do Porto ist eine portugiesische Stadt im Kreis Alcobaça, in der Unterregion Oeste. Auf Deutsch würde man sagen: Der Heilige Martin von Porto.

Saõ Martinho do Porto ist eine der dreizehn historischen Städte der Coutos de Alcobaça, dem ehemaligen Herrschaftsgebiet der Abtei von Alcobaça. Sie erhielt vor 1303 durch den Abt Estevão Martins das selbstständige Nutzungsrecht, der zugleich den Heiligen Martin von Tours zum Schutzpatron bestimmt hat, von wo sich der Name der Stadt herleitet. Der Sandstrand ist lange und wundervoll, an jeder Ecke was zu Essen und zu Trinken. Kleine und grosse Läden zieren die Promenade und verkaufen Sonnenhüte oder Basecaps, Sonnenbrillen, Sandspielsachen, Kleider und Tausend Kühlschrankmagneten.

Wer auf einem Boot lebt, weiss das man immer Geld in sein Zuhause steckt. Navita ist eine Lady, in den besten Jahren, gerade daher, braucht sie besonderes viel Aufmerksamkeit und Pflege. Wir waren schon sehr lange nicht mehr in einem Restaurant, aber heute wird es wieder mal Zeit. Valerie hat den Auftrag bekommen, ein gutes Restaurant auszusuchen, eines mit der besten Bewertung! Simon und ich denken sofort an Fisch. Valerie findet ein Indisches Restaurant. „Die Bewertungen sind hervorragend und ich sage dir Mami, du wirst es lieben!“ Nun was soll ich sagen? Simon reserviert einen Tisch im New Royal Indian Restaurant. Wenn wir essen gehen, dann muss es wirklich gut sein, denn wir legen Wert auf Qualität. Wir sind sehr verwöhnt! Simon kocht raffiniert und köstlich! Und was mich betrifft: Ich bin in Österreich geboren, mein Vater Franzose, mein Mutter Österreicherin mit ungarischen Wurzeln, ich habe die Rezepte zu beiden Seiten in die Wiege gelegt bekommen und den Rest durch die Muttermilch aufgenommen. 🙂 Bei uns war das immer so, dass alles an Rezepten von den Großmütter, zu den Töchtern oder Schwiegertöchter gewandert ist und so ist gutes, einfaches Essen, immer weitergegeben worden. Bei vier Kinder war Geld oft knapp, aber meine Mutter konnte Kartoffeln auf viele verschiedene Arten so gut kochen, dass Fleisch nicht notwendig war. Sie konnte aus Nichts, ein Festessen machen. In Österreich ist Kochen ein Pflichtfach, zumindest war es das, in meiner Jugend. Ausserdem besuchte ich die HLA https://www.hlabaden.at und da lernst du alles was Kochen und Hauswirtschaftslehre betrifft. Ich glaube, es gibt nichts, was ich nicht kochen oder backen kann. Mit 15 Jahren entwarf ich für meine Schwester Denise meine erste Dreistöckige Hochzeitstorte. Meine Kinder und Freunde haben zu jedem Anlass, immer sehr ausgefallene Torten bekommen. Zwischen den 90ern und Heute gibt es nichts, was ich nicht schon mal kreiert habe:). Backen oder Rezepte zu entwickeln, bedeutet für mich aber auch, Stressbewältigung oder zur Ruhe zu kommen. Beim Backen kann ich alles um mich herum vergessen und mich ganz dem Augenblick hingeben. Ich fühle für wen der Kuchen ist und dann suche ich Zutaten und mische, vermenge, mixe oder knete…Ich esse selten Kuchen oder Torten, ich backe nur für andere 🙂 Früher wenn ich Sorgen oder Stress hatte, dann backte ich manchmal drei, vier Kuchen hintereinander und verteilte sie im ganzen Haus. Ich war sehr beliebt in der Nachbarschaft. Man erzählte von Vivi.. Welcher Vivi?.. Na, die Österreicherin die mit den Kuchen. Es gab keine Arzt Praxis in der Umgebung, wo ich mehr als fünf Minuten warten musste. Alle Türen standen mir offen, nur wegen meiner Kuchen. Rückblickend kann ich sagen, dass es für mich vielleicht sogar noch schöner war, dieses Danke zu Empfangen, dieses Lächeln, wenn ich meine Süssware verteilt habe. So ist das wohl auch hier im New Royal Indian Restaurant: Das Essen ist nicht nur mit Liebe zubereitet, sondern schmeckt auch danach und der Kellner ist unglaublich freundlich. Die Bewertungen, sind untertrieben! Hier kocht man ohne Zusatzstoffe! Für mich bedeutet das: Kein hektisches Klo Desaster, keine Ausschläge, kein Juckreiz! Mein Fazit: Wer authentisches, indisches Essen liebt und es gerne echt und ehrlich mag, der muss dieses kleine Juwel besuchen!


Zwei Tage später, muss Simon für seine Arbeit etwas per UBS aufgeben. Er wartet stundenlang im kleinen indischen Restaurant, isst und trinkt bis der UBS Fahrer kommt. Als der Mann endlich da ist, kann er das Packet nicht scannen, üblicherweise hat UBS einen Ettiket Drucker, dieser Fahrer hat das nicht und weigert sich daher das Packet, mitzunehmen. Nun denn, was nun passiert muss die Welt erfahren. Der Chef des Restaurants bekommt alles mit und schlägt dem Fahrer vor, dass er um die Ecke in seiner Wohnung, einen Drucker hat. Er würde mit dem UBS Mann hinfahren und alles zurecht machen, damit das Packet nach Deutschland gehen kann. Freudlos willigt der Fahrer ein und alles nimmt seinen Lauf. Als Simon dafür zu seinem Menü, extra Trinkgeld geben will, lehnt der Chef ab. Er würde sich sehr freuen, wenn er nochmal zum Essen kommt. Also gehen wir nochmals Essen. Hervorragend! Valerie und ich freuen uns sehr! „Aapake saath rahakar bahut khushee huee! eeshvar aapako aur aapake parivaaron ko aasheervaad de!“

São Martinho do Porto liegt idyllisch und fast versteckt, kurz nach Nazaré mit ihrer halb kreisrunden Lagune, in der bunte einheimische Fischerboote und Segelboote aus aller Welt, ankern. Die abgegrenzten Strandabschnitte haben Liegen, Sonnenschirme und Umkleidekabinen und wenn man bis ganz nach hinten läuft, dann ist der Strand ganz pur und nackt und ein guter Platz, für Menschen und Hunde.
Die Kapelle São Martinho ist eines der wichtigsten Gebäude im Kulturerbe der Stadt. Es handelt sich um eine romanische Kapelle, die zwischen dem 17. und 18. Jahrhundert gegründet wurde. Ich liebe diese kleine Kapelle Capela de São Martinho und war fast täglich da.


An einem Nachmittag mache ich mit Valerie und Budhi einen Ausflug zur Capela de Santa Ana (séc. XII). Wir gehen einen Sandberg hoch und verlieren uns in der Natur, bis wir auf dem kleinen Pfad der Kapelle sind…

„Es gibt Orte, von denen wir nie zurückkehren, an denen wir nur bleiben können“ , sagte der portugiesische König D. Carlos über die überwältigende Schönheit des Strandes von São Martinho do Porto.




Cemitério de São Martinho do Porto

Was für ein schönes Erlebnis für Simon in eurem indischen Restaurant!
Und das Paket konnte auf Reisen gehen.
Ich beneide dich um die Kunst des Backens….😉
Liebe Silke, für mich ist backen Stressbewältigung 🙂 Herzliche Grüsse nach Norwegen… Sobald wir uns wiedersehen, backen wir was zusammen!