Sneek – Advent, Schnee und Valeries Lieblingsort

Wir haben heute den Tag im Bett begonnen mit Kaffee und einem Tee für Valerie. Im selbstgebastelten Adventkalender war ein kleiner Spiegel für Valeries Bad drinnen. Simon und Valerie gehen joggen und ich laufe mit, obwohl die Orthopäden mir einst sagten, dass ich das nicht mehr tun sollte. Mein rechtes Knie, haltet das nicht mehr wirklich aus und ich habe Stunden später, noch immer Schmerzen, wenn ich versuche mit den beiden mitzuhalten. Valerie tanzt seit ihrem 4. Lebensjahr und Simon, ist mir immer schon davon gelaufen. Aber will ich das wahr haben? Mein ganzes Leben bin ich gelaufen und sei es nur von was davon. Vielleicht habe ich ja Knieschmerzen, weil sie sich wundern, dass ich nicht mehr weglaufe. Ich jogge in meinem Tempo, gemütlich hintere den beiden her. Jede Oma könnte mich mit ihrem Rollator überholen. Das ist ok, denn meine Augen sehen soviel in dem kleinem Ort, der schon fast ein Zuhause ist und das obwohl wir erst seit drei Tagen hier sind. Ich liebe es durch die Niederlande zu laufen und durch die Fenster in die wunderschönen Heime der Menschen zu sehen, manchmal begegnet mir ein Augenpaar und ich fühle mich ertappt. Aber hier lächeln und winken die Menschen zurück und es wirkt fast so, als sei es eine Einladung zum Tee. Heute ist mir bewusst geworden, dass die Bewohner der Niederlanden dir direkt in die Augen gucken. Alle! Anfangs dachte ich, dass ist Einbildung, oder Zufall, weil ich immer in die Augen der Menschen sehe. Sie grüssen dich und sehen dir durch die Augen, direkt ins Herz. Die Augen, das Tor zur Seele und jeden Menschen den ich begegne bähm, ist eine Verbindung da. Unglaublich! Wahrscheinlich werde die Gesichter nie vergessen. Vielleicht ist das hier normal, vielleicht war mein Leben in der Großstadt Berlin, zu anonym geworden. Hier reden die Leute mit dir und das aus dem nichts, egal ob man sie versteht oder nicht, man unterhält sich. Ich entdecke eine grosse Liebe zu den Niederlanden, von Ort zu Ort, von Menschen zu Mensch, zwischen Kanal, den Marker Meer und dem Eiselmeer und es vergeht kein Tag wo ich nicht sehnsüchtig in die Häuser und Wohnungen sehe und mich frage, wie es denn wäre hier zu bleiben. Hier ein Yoga Studio zu eröffnen, mit einem kleinen Café, in dem es meine sündhaft, köstlichen, nicht veganen Kuchen gibt. Die Sprache zu lernen und hier zu bleiben, einfach so. Valerie geht es auch wie mir, sie hat sich regelrecht in den entzückende Ort verliebt. Nichts desto Trotz, möchte sie die ganze Welt sehen. Ich muss das nicht zwingend, die Vorstellung hier im Kanal zwischen der stehenden Mastroute, Navita und dem Wohnmobil, oder einem kleinen Häuschen mit einem Raum, wo wir schlafen, essen, kochen und uns lieben, zu leben, ist verlockender als im Augenblick die grosse weite Welt! Bin ich angekommen? Oder bin ich alt geworden? Sesshaft nach all den Jahren Umtrieb? S.T.S fällt mir ein: „…und irgendwann bleib ich dann dort, lass alles liegen und stehen und bleib für immer dort…“, und es ist nicht Griechenland, sondern die Niederlande..

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