Schleusen-Drama – Ist das das Ende unserer Reise?

Alles fing ganz entspannt an. Nach einem Frühstück fahren wir von der City Marina http://www.citymarina.nl/, gemütlich unter Motor, zwei Stunden zur Seeschleuse IJmuiden, die an der Mündung des Nordseekanals liegt. IJmuiden ist die größte Seeschleuse der Welt. https://www.ijmuiden.nl/de/seeschleuse-ijmuiden/. Wir beobachten und warten, geben über Funk Bescheid das wir gerne geschleust werden wollen. Keine Antwort, dafür aber grünes Licht. Wir sind alle sehr konzentriert, Simon hatte sich noch vor einer halben Stunde gewundert, dass ein Segelboot, dass vor uns geschleust wurde, erhebliche Schwierigkeiten hatte. Allerdings konnten wir nicht genau sehen warum, da wir das Boot durch das Fernglas beobachtet hatten. Simon fährt vorsichtig und umsichtig in die Schleuse, während Valerie und ich die Leinen zum Festhalten vorbereiten und die Fender an der Steuerboard Seite positionieren. Und dann passiert es, wir werden total versetzt. Simon ruft, nein, er schreit! Er kämpft mit der Steuerung. „Hilf, mir!“ Ich sehe was passieren wird, Navita ist im Begriff alle Dalben zu rammen. Ich bin kurz am Überlegen mich mit meinem Bein von dem Holzpfahl wegzutreten. „Nein!“, schreien Simon und Valerie. Ein dumpfer Aufprall, als Vali durch die Wucht zu Boden fällt. Ich packe den Fender von hinten und fädel ihn so schnell ich kann ein, bringe ihn zwischen unser Boot und den Dalben. Drücke mich mit meinem ganzen Körper gegen das riesige Holz. Mein halber Oberkörper ist ausserhalb des Schiffs. Es kracht und schert furchtbar. Es ist als würde man unser Boot aufschlitzen. Es geht mir durch und durch. Ich könnte schreien vor Schmerz, vor Verzweiflung, funktioniere, obwohl ich völlig geschockt bin, Tränen laufen mir unentwegt runter und es ist mein Schluchtzen, obwohl Valerie gestürtzt ist. Ich drücke den nächsten Dalben weg von Navita und schon steht Valerie neben mir. Die kleine Powerfee, ist schon wieder auf den Beinen und guckt, rennt hin und her, checkt das Boot ab und gemeinsam machen wir uns in der Schleuse fest. Simon ruft. „Wie sieht sie aus? Ist sie ok?“ Wie gross ist der Schaden?“ „Sieht ok aus!“, sagt Vali, tapfer. Wir fahren aus der Schleuse und Vali geht unter Deck, sieht überall nach. Wonach? Nach einem Leck! Denn wir alle sind uns sicher, dass ist das Ende unserer Reise. Navita, unsere tapfere Lady. Ich bin so verbunden mit ihr, dass ich weine, weine, weine. Nein, sie ist nicht ein Gegenstand, nicht nur ein Boot. Sie ist eine Mutter, unser Zuhause, unsere Zuflucht, sie trägt uns durch das Wasser und schützt uns. Wenn etwas mit ihr ist, dann ist es schrecklich und nicht weil wir dann unsere Reise beenden müssen, nein das ist es nicht. Sie ist ein Teil von uns geworden, oder wir ein Teil von ihr. Es gibt kein getrennt sein mehr. Warum? Weil ich sie liebe, sie mich in den Schlaf wiegt und mit mir spricht wenn der Anker nicht hält, uns warnt, wenn wir auf Gestein oder Festland zutreiben. Weil sie eine Mutter ist, die zuhört und nur spricht wenn es notwendig ist. „Warum sind wir so versetzt worden?“, frage ich Simon. „Weil der Schubverband, der im Wartebereich der Schleuse stand, in dem Moment den Motor gestartet hat, als wir in die Schleuse gefahren sind.“ Als wir unser Schiff untersuchen, entdecken wir die Spuren die der Dalben hinterlassen hat,die blauen Flecken auf ihr. „Es tut mir so leid!“, flüstere ich und dann sehe ich den Fender, der sein Leben gelassen hat, für Navita und jetzt weint auch Valerie. „Blue Berry“, hatte ihn Vali getauft. So stark, so edel. Danke das du da warst!

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