Nordsee oder Mordsee? – Kontrolle bei Nacht durch die Küstenwache

Die Nordsee ist schön und wild. Sie schaukelt uns, als wäre sie auf Ectasy, als würde sie es übertreiben mit ihrer Mutterschaft. Der Wind ist knackig. Das Boot neigt sich so sehr, dass ich das Meer berühren kann. Ich habe Angst, Angst, Angst. Ich atme und ich chante. Ja! Der eine oder andere wird lachen, aber es gibt sogar einen Bericht von einem Überlebenden eines Flugzeugsabsturzes, der gechantet hat und meine Kollegin Bibi Nanaki, war während des Tsunamis unter Wasser, auch sie hat gechantet, mit ihrem Geist und hat es überlebt und selbst wenn es nichts bringen sollte, schaden tut es nicht, würde meine Mama sagen. Aber es wirkt, probiere es aus! Nach Einbruch der Dunkelheit erfasst uns ein Lichtkegel und blendet uns. Ich bin verwundert und nervös, das Licht blendet extrem und ich kann nichts mehr sehen. Kaum gewöhnen sich meine Augen wieder an die Dunkelheit, trifft mich erneut der Lichtkegel und macht mich gefühlt blind. „Was soll das?“, frage ich Simon. „Braucht da jemand Hilfe, oder warum strahlt uns dieses Licht an. Dann umkreist uns ein Boot und fährt parallel zu uns und jetzt erkennen wir auch Männer, schwerbewaffnet und in Schutzanzügen. Ok, das kann eigentlich nur die Küstenwache sein, aber was wollen sie? Sie rufen uns zu, ob sie an Board kommen dürfen und schon ist ein Mann mit einem Bein aufm Boot und fällt dabei fast ins Wasser. Der zweite Kollege springt über die Rehling, in diesem Moment schlägt das Segel um und verfängt sich in der Tagelage, dass gefällt unserem Boot überhaupt nicht. Navita schaukelt uns hin und her, unsere Gäste bitten uns aber trotzdem, um alle Ausweise und Unterlagen. Ich gehe als runter ins dunkle Boot zu einem knurrenden Hund, suche unsere Ausweise und beruhige Budhi. Ok, warum bin ich eigentlich so nervös? Ich liebe James Bond Filme, vor allem die alten Filme mit Sean Connery, oder Mission Imposible mit Tom Cruise, aber in der Realität von zwei wirklich grossen, total maskierten Männern, inklusive Helm aufm Kopf, so überfallen zu werden in dunkler Nacht, ist gruselig. Sie sind wirklich sehr nett, aber sie sind auch sehr gross und bullig. Muskelmasse in engen Trockenanzügen mit einem Gürtel voller Waffen, Lampen und Zeugs. Vielleicht der Traum von der einen oder anderen Singelfrau, für mich gerade ein Alptraum. Ich fühle mich gar nicht wohl und das sage ich ihnen auch. Ihr macht mir Angst, sage ich! Da wendet sich das Blatt, die beiden Männer fangen an über sich zu erzählen und irgendwie werden sie dadurch Jungs. Sie helfen uns das Segel zu befreien und bergen es mit Simon. Nachdem wir alle Formalitäten geklärt haben, begleiten uns die mittlerweile, vertrauten Männer der Küstenwache, bis zum Hafenbereich in Scheveningen. Zum Schluss haben wir sogar gelacht und Valerie hat das erste mal darüber nachgedacht wie es wohl wäre, wenn sie in ein paar Jahren, diesen Beruf ausüben würde. https://scheveningen.com/de/scheveningen.php

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