Die Herrschaft der Haare
Wirklich nerven an Bord tun die Haare. Sie sind überall. Auf den Füßen, an den Leinen, im Bad, auf dem Handtuch, auf diesem einen Pullover, den ich gerade frisch angezogen habe. An Valeries schwarzen Sachen besonders, als hätten sie sich genau diese Farbe als Bühne ausgesucht. Egal wie oft wir staubsaugen und ich schwöre, ich bin nicht die Einzige, die dieses heilige Gerät bedient. Simon und ich teilen uns die Staubsauger, wie andere Paare vielleicht ein Auto. Diese Dinger, wir haben sogar zwei davon, sind gleichzeitig Waffen und Wunder. Manchmal Helden, manchmal hoffnungslos überfordert. Am schlimmsten ist es, wenn du nach einer herrlichen Dusche dein Gesicht abtrocknest und merkst, dass du dich mit Katzenhaaren trocknest. Hattest du schon einmal Haare im feuchten Gesicht, im Mund, in den Augen? Es ist zum Ausflippen. Man fragt sich, woher sie schon wieder kommen, bis man sich erinnert, dass das Handtuch eben nicht sofort weggeräumt wurde. Einmal nicht aufgepasst, einmal etwas Kuscheliges liegen gelassen, und schon gehört es den Katzen. Schlampigkeit oder Vergesslichkeit, dass geht auf unserem Boot einfach nicht. Es gibt Tage, da denke ich ernsthaft, es wäre einfacher, wenn uns ein Staubsauger direkt in den Arm eingebaut wäre. Ein sehr skurriler Gedanke, ich weiß. Aber in einer Welt voller KI und Computer-Menschen sicher bald möglich. Vielleicht existiert so etwas längst in irgendeinem geheimen Labor, während wir hier mit unserem braven Bordstaubsauger gegen das Fell-Imperium kämpfen.

Dann kommt der Wischmopp zum Einsatz und trotzdem: Verzweiflung. Haare. Wir leben auf wenigen Quadratmetern mit drei Tieren. Zwei Katzen, ein Hund und besonders Mila, British Langhaar, produziert Fell in Mengen, die physikalisch eigentlich unmöglich sein müssten. Ich bin sicher, sie widersetzt sich den Naturgesetzen. Manchmal frage ich mich: „Warum tun wir uns das an? Warum dieses Leben auf engem Raum, schwankend, salzig, voller Haare?“ Optionen gäbe es ja: Lebensumstände ändern. Kahlrasur für alle. Die Katzen irgendwo unterbringen. Aber dann liegt Mila an den unmöglichsten, für uns nicht gerade hygienischen Plätzen, hinter der Kaffeemaschine oder draußen unter der Sprayhood, wie ein Vogelbaby im Nest seiner Mutter. Nur dass es keine kleinen Zweige sind, sondern ihre Haare auf den blauen Kissen. Eigentlich Horror und gleichzeitig so süß, dass man leise wird. Sie schnurrt im Schlaf, bewegt die Pfötchen, als würde sie über unsichtbare Decks laufen. In solchen Momenten weiß ich nicht mehr, ob ich lachen oder weinen soll. Der Staubsauger steht noch warm in der Ecke, die nächste Fellschicht wartet schon und doch wird alles weich in mir. Liebe ist eben Liebe. Wahnsinn bleibt Wahnsinn. Haare bleiben Haare. Aber dazwischen ist dieses Gefühl, dass genau dieses chaotische, fusselige, viel zu enge Leben, unseres ist.

Auf unserem Boot benutzen wir zwei Staubsauger: den Dyson V8 und den Innovac Sensor von Wilfa, den wir in Schweden gekauft haben. Mein persönlicher Favorit ist ganz klar der Innovac Sensor – er ist leicht, sehr praktisch und für den Alltag an Bord perfekt. Leider gibt es ihn nicht bei Amazon. Simon hingegen ist ein überzeugter Dyson-Befürworter und schwört auf den Dyson V8. 🙂
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