Saint-Gilles-Croix-de-Vie – Besuch der Küstenwache vor unserem Aufbruch

Ein kurzer Aufenthalt in Saint-Gilles-Croixe-de-Vie, https://www.portlavie.fr/fr/, hier bleiben wir eine Nacht. Valerie wird von der Marina mit einer Dose Sardinen beschenkt, die sie abends mit ihren Katzen teilt. Am Morgen bevor wir starten, mache ich Yoga und bin im Begriff zu meditieren, als ich das Gefühl habe beobachtet zu werden. Als ich meinen Kopf nach links drehe, sehe ich das Boot, dass anscheinend darauf wartet, bis ich fertig bin. Ich winke ihnen und schon fahren sie an unsere Steuerboardseite. Die Küstenwache. Ich gebe Simon Bescheid, der schon unsere Unterlagen holt. Sie sind wahnsinnig nett und sehr interessiert an uns. Das hier ist ein besonderer und sehr respektvoller Umgang. Wir unterhalten uns lange, zum Schluss verabschiedet sich einer der Männer mit Namastè. Schade, dass wir hier nur kurz bleiben, dass hier ist wieder so ein Ort, der uns einlädt länger zu verweilen, wo jeder Mensch uns anlächelt, als würden sie uns alle kennen. Tatsächlich gestaltet es sich recht schwer den Ponton mit Navita zu verlassen. Die Strömung lässt uns nicht weg, das Wasser drückt uns gegen den Steg, weder der Motor noch das Bugstrahlruder schaffen es. Wir versuchen alles. Probieren verschiedene Variationen um Navita beim Loslassen zu helfen, statt Verzweiflung, lächeln wir einander an. „Sollen wir noch bleiben?,“ frage ich. „Komm!“, sagt Simon, „Ein bis Zwei mal probieren wir es noch!“ Beim 4.Versuch, klappt es und kurz vor knapp verlassen wir bei abfliessenden Wasser den Hafen. Weiter geht es bei Sonnenschein und ohne Jacken in die Biscaya, nächster Halt Talmont-Saint-Hilaire. Eine tolle Marina mit sehr netten Menschen und die Hafenmeisterin hat Geburtstag. https://ports-vendeegrandlittoral.fr/port-bourgenay/. Sie empfiehlt uns die Baguetts aus dem Baguett Automaten. Wir denken sie macht einen Witz, aber dann probieren wir sie und aus Amüsement, wird Begeisterung. Jeder der hierherkommt, sollte unbedingt die Baguetts probieren und wer weiss, vielleicht gibt es ja dann schon ein upgrade mit Croissants. Die Wettervorhersage hat Recht behalten, es stürmt ganz beachtlich, daher sind wir sehr froh, so geschützt hier verweilen zu können. Wir machen lange Spaziergänge und kommen durch ein kleines Wäldchen, an einen goldenen, fast menschenleeren Sandstrand. Obwohl wir schon viele Jahre mit dem Wohnmobil durch Frankreich gereist sind, sind wir immer wieder überrascht von der Vielfalt dieses Landes.

Nach vier Tagen verlassen wir Talmont Saint Hilaire bei Sonnenschein und den perfekten Segelwind und fahren ein weiteres Mal in die Biscaya, endlich ohne Schichten und sogar ohne Jacke. Wow, was für ein Gefühl nach Monaten der Kälte, der Nässe und des Frierens. Wir sind alle sehr glücklich. Mich hat die Biscaya verändert, sie hat mich geläutert. Als die Angst und ich Eins wurden und ich abgetaucht bin in das Nichts, wie Michael Ende es in der unendlichen Geschichte erzählt, da hat sich was gelöst, etwas was ich viele Jahre in mir hatte. Diese Urangst, die man nicht erklären kann, die aber jeder versteht, der schon eine Panik Attacke hatte, oder diese Art von Angst kennen gelernt hat.

In jenem Moment des Friedens, wenn sich die Harmonie der Natur in mir ausbreitet, tauchen sie erneut auf. Die Könige der Biscaya, die funkelnden Seelen. Meine, unsere, wundervollen Wegbegleiter. Sie reiten auf Navitas Welle, die sie verursacht und unsere Atemzüge fühlen sich synchron an. Ein zeitloses Gefühl von Ewigkeit. In diesem Moment zählt nichts mehr, ausser dieser Augenblick, Freude und Liebe und das starke Gefühl von Verbundenheit. Ich bin Glückseelig. Als die nächste Nacht anbricht, sind wir noch immer entspannt, bis der Wind zunimmt. Wir werden erneut wild durchgeschüttelt, wir wissen wie es sein kann und geben uns den Naturgewalten hin. Voller Vertrauen und mit der Gewissheit wir sind nicht alleine.

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