Ribadesella, ein kleiner verwunschener Ort, voller mystischer Sagen und voller Zauber. Wiedermal hat Simon zugeschlagen, mit einem Ort den man nicht in Worte fassen kann, aber malen, wenn man begabt ist. Schon bei der Einfahrt wird klar, hier werden wir länger bleiben, was jeder von uns denkt, aber niemand ausspricht. Die Stadt ist umgeben von Bergen, Stränden und Klippen und wird begleitet zu jeder vollen Stunde, vom dem Klang des Kirchenglockenspiels, einer Melodie, die man kennt, aber sich nicht erinnert, von woher. Das Wasser ist klar und schillert wie smaragdgrüne Jade. Die Costa Verde, ist grün, als wäre es Sommer. Eine sehr interessante Bebauung, mit Häusern, die wie kleine Schlösser und Burgen aussehen und einen wirklich schönen breiten Pulversandstrand. Ein Mann winkt uns fröhlich zu und wir fahren auf sein wildes, gestikuliern auf einen Schwimmsteg zu. „Hola, cómo estás“, begrüsst er uns freundlich. „Estoy bien y tú también“, rufe ich zurück und werfe ihm das Seil zu. Er macht uns fest und lächelt dabei unentwegt. Javier, der Hafenmeister ist ein wundervoller, stets gut gelaunter, hilfsbereiter Mann. Wir sind in Spanien, man merkt es in jeder Pore. Es ist Freiheit. Der Himmel ist wolkenverhangen und immer wieder regnet es und trotzdem sind wir glücklich und begeistert von der Schöhnheit dieses Ortes. Simon bestellt Ersatzteile für den Motor und Dichtmaterial für das Teakdeck. Die Ersatzteile für den Motor dauern drei Wochen, denn das Packet kommt aus England und hängt im Zoll fest. Egal, wir feiern das Leben. Besuchen die Tropfsteinhöhle Tito Bustillo und staunen über die steinzeitliche Höhlenmalerei. https://www.centrotitobustillo.com/cueva-tito-bustillo
Machen eine Wanderung zu der „Dinosaurierküste“ Costa del Dino und schauen uns die Fussabdrücke der Dinosaurier an. Wir Picknicken und das in kurzen Ärmeln! Hätten wir das für möglich gehalten? Nein! Wir bleiben einen Monat hier. Alle Dinge die wir bestellt haben, kommen Wochen später, sogar das Tierfutter! Hier kann man es aushalten und die Marina verrechnet nur den Winterpreis. Wir beobachten viele Katzen, die mit Vögel friedlich zusammen leben, ohne sie zu jagen oder aufzufressen. Wir werden Zeugen wie das Höcker Gänsepärchen, den Nestbau beginnt und die Gänsedame ihre Eier brütet. Gretchen geht mit uns Gassi und geniesst die Blumenwiese.

Hier erleben wir einen grandiosen Sonnenaufgang auf dem kleinen Berg, auf dem eine Wallfahrtskapelle steht und beobachten zu jeder Tageszeit, die Kanuten, die sich für das internationale Kanu Rennen vorbereiten. Das Ziel ist die zentrale Brücke über der Sella, auf der wir jeden Tag einen Reiter sehen. Das Leben hier ist anders und die Tage vergehen wie Sekunden.

Einmal im Jahr, findet das Pferderennen am Strand von Ribadesella statt, wo man die Kraft der Pferde und den Zauber der Landschaft spürt. Verschiedene Arten von Pferde sehen wir hier und der Umgang mit den Pferden ist nicht immer liebevoll und auch recht roh! Das ist nicht ganz einfach für Valerie und manchmal habe ich Sorge, dass sie gleich einen Reiter von seinem Pferd holt, um ihm eine zu knallen. Der Menschenauflauf ist hier extrem und das erst kurz vor Beginn. Es ist schön zu sehen, das die Spanier hier alles viel lockere sehen. Kurz vor Beginn, trudeln Horden an Schaulustigen ein und verschaffen sich Platz. Hier wird gequalmt, egal ob ein junger Mensch oder sogar ein Kind daneben steht und ungewollt mitraucht. Hier ist alles noch ein bisschen wie früher, als man noch überall geraucht hat, alles noch ein bisschen freier war, wenn auch nicht gesünder, aber vielleicht mental gesünder, weil man nicht aus allem ein Theater gemacht hat. Leben und Leben lassen, ist hier das Motto und es gefällt mir. Es fühlt sich so frei an, so spanisch. An dieser Stelle möchte ich sagen, dass ich es natürlich nicht gut finde, wenn ein Kind oder Jugendlicher passiv mitraucht! Ich glaube aber nicht, dass das hier als Egoismus passiert, sondern eher aus Gedankenlosigkeit. Die Luft ist aufgeladen von der Energie der Pferde und ihrer Reiter. Hier ist so eine gewisse Distanzlosigkeit, die mir Anfangs unangenehm war und befremdlich, aber wenn man sich drauf einlassen kann, auch irgendwie schön. Das Berühren einander, im Sinne von, dass man sich sehr oft körperlich begegnet, auf einem schmalen Weg oder beim Einkaufen. Ein durchmischen der Auren. Das ist hier normal. In meiner Vergangenheit, hatte ich das oft als sehr unangenehm empfunden. Wenn jemand in meine Aura eintrat, in mein Magnetfeld, meinen Austrahlungskörper. Dann kam Corona und die Menschen mussten Abstand halten, dass war für mich fantastisch. Ich spürte endlich nur mich, oder die Menschen mit denen ich freiwillig Körperkontakt hatte. Aber hier ist es nicht so unangenehm, vielleicht weil hier die Menschen ihre Sorgen, wenn sie welche haben, bei sich behalten und nicht auf den anderen projizieren….

Ich fühle mich sehr wohl in Spanien, vor allem an diesem kleinen Ort. Den Sonnenaufgang geniessen Simon und ich alleine, während sich Valerie nochmal in ihrem Bett umdreht. Bei Anbruch der Dämmerung, spazieren wir mit Budhi den Berg zur kleinen Kapelle hoch. Es ist wunderschön und so still, es scheint als würde Ribadesella, dass zum Fusse des Berges liegt, noch schlafen. Erst wenn wir von der Aussicht und der Unendlichkeit des Meeres satt sind und den kleinen Pfad hinunter gehen, kommen vereinzelt die Fischer zurück und der eine oder andere Jogger begegnet uns freundlich.

Auf dem Heimweg holen wir uns Barra, das spanische Baguette oder Chiabatta und beginnen mit Valerie unseren Tag. Morgens wird nach einem herrlichen Frühstück am Computer gearbeitet, Valerie ist via iPad in ihrer Online Schule und ich bereite meinen nächsten Workshop vor. Wenn das Wetter sehr gut ist, dass heisst wenn es mal nicht regnet, arbeiten wir draussen auf dem Boot und machen Ausflüge. Da es April ist, ist das Thema meines Kurses „Detox“ und ich unterrichte täglich online von 6-7 Uhr morgens und von 20-21.00 Abends. Das ist sehr anspruchsvoll und wunderschön. Ich liebe meine Arbeit. So ist das mit dem Herzen. Meines war immer schon grösser als mein Verstand, dadurch lerne ich auch an jedem Ort, sehr schnell Menschen kennen. Tausche mit Frauen Telefonnummern aus und unterhalte mich mit Händen und Füssen auf Spanisch, Englisch oder Französischen Wortfetzen, nichts von all den Sprachen kann ich fliessend, oder annähernd perfekt, aber wenn dein Herz offen ist, dann wirst du überall verstanden und das ist einfach nur schön. Als wir diesen schönen Ort verlassen, freue ich mich auf die Weiterfahrt, obwohl ich dachte, dass es mir schwer fallen wird, hier weg zugehen. Aber wenn die Zeit gekommen ist weiterzuziehen, dann fällt es mir leichter. Das habe ich auch schon auf der Il de Yeu gemerkt. Mit frisch gebackenen Vivi Schoko Schnitten, belegten Brötchen und Tee lösen wir die Seile. Nach Wetter Forcast, ein sanfter Wind der uns nach A Coruña bringen soll, aber wie so oft auf unserem Weg, gibt es kaum Wind und als er kommt dreht er, also geben wir unseren Plan auf und suchen auf der Karte wo wir zwischen landen können….

