San Esteban de Gormaz, der kleine Ort, der uns sofort verzaubert. San Esteban wirkt auf mich so, als leben nur ältere Menschen hier und das schon seit hundert Jahren. Kein Kleinkind oder Teenager weit und breit und an manchen Tagen fühlt es sich an, als wären wir alleine hier, aber dann kommt um die Ecke geschossen, eine kleine, rüstige alte Frau mit ihrem Einkaufskorb oder ein paar ältere Herren, die sich angeregt unterhalten.

An einem verregneten Spätnachmittag bin ich mit Valerie und Budhi unterwegs, da kommen uns zwei Männer auf Mulis entgegen. Sie sitzen auf ihren Tieren ohne Sattel und ohne Zaumzeug, nur auf einer Decke und lassen sich auf ihren Mullis den Berg hinunter tragen. So gelassen und in sich ruhend, ganz anders als die Energie der Reiter aus Ribadesella. Der Ausdruck „tranquilo“ ist allgegenwärtig. Bei unserer Heimkehr, entdecken wir die Tiere, die vor dem Bahnhof winzig, kleine, neugierige Büschel grasen, die sich durch den Zaun drängen, um in ihren Mäulern zu landen, kleiner als die Pferdeäpfel die sie hinterlassen, während ihre Herrchen sich in der Bar niedergelassen haben.

Es gibt hier zwei Einkaufsmöglichkeiten, einen kleinen Laden auf der Anhöhe, hinter dem Bahnhof dieser ist sehr gut ausgestattet und hat so ziemlich alles, wie auch Tierfutter, Katzenstreu und die köstlichsten Bananen, die wir je gegessen haben, während der andere Laden, gegenüber des Kai`s, regionale Produkte verkauft, sowie Alkohol, Tabak und sehr günstige Eier, ausserdem hat er auch Sonntags offen. Auf der anderen Seite von San Esteban, also San Esteban de la Sierra, gibt es mehr Einkaufsmöglichkeiten und wie mir scheint, auch mehr Menschen. Da gibt es einen Dia und einen Almerika und einen sehr schönen Badestrand. Wenn man mit dem Dinghy zu einem Großeinkaufen fährt, kann man an einem Fischersteg halten, und sich festzumachen. Von unserem Ankerplatz ist es mit dem Beiboot ein ziemlich weiter Weg, aber ich liebe Dia, daher nehme ich die 20 Minuten Fahrzeit, in Kauf. Ansonsten haben uns die kleinen Läden sehr gut versorgt. Wir beobachten wie das Wasser kommt und geht und müssen gut drauf achtgeben, nicht aufzusitzen.

Hier starte ich meine 7 Tageschallenge für Valerie. Eigentlich ist es eine kleine Wette, meine Familie behauptet, ich könnte niemals 7 Tage lange, jeden Tag einen anderen Kuchen machen und das ohne Pause. Ha!, Herrausforung angenommen. Ich backe Biskuit Roulade mit Erdbeeren, Sacherschnitten, Rehrücken, Marmorkuchen, Zitronenschnitten, Apfelkuchen und eine Rüblitorte. Habe ich es geschafft jeden Tag einen Kuchen zu backen? Nein! An Tag 5 sind wir weitergesegelt, keine Chance unter Deck zu backen und abends war ich dann doch zu müde. So habe ich einen Tag ausgelassen, aber trotzdem 7 Kuchen gebacken. Habe ich die Wette verloren? Ja, aber ich backe ziemlich viele Kuchen, so gesehen ist das für die beiden, nur halb so schlimm. Die Rezepte zu meinen Kuchen, findest du unter der Rubrik „Backen unter Segeln“, falls du mal den einen, oder anderen Kuchen, nachbacken willst. Valerie probiert ihr Standup Paddel aus und liebt es. Auch Budhi darf mal mit drauf, aber für ihn ist es noch eine kleine Herausforderung nicht ins Wasser zu fallen, schließlich und endlich bringt Valerié, 8 Jahre Voltegiererfahrung, was den Zustand ihres Körpers, in dem die entgegengesetzten wirkenden Kräfte einander aufheben, mit. Wer auf einem Pferd im Galopp einen Handstand machen kann, für den ist Stand up paddling, ein Spaziergang.
Unsere Anker Koordinaten: 43°33N 6°05W
Man kann sich wahrscheinlich auch an der Kaimauer festmachen, haben wir uns aber mit einem Tiefgang von 1.90 nicht getraut. Abgesehen davon, wäre es recht beschwerlich gewesen bei Niedrigwasser, Budhi an der Treppe der Kaimauer 4 Meter hochzutragen.

