Die Sisargas-Inseln vor Galicien – Ein Möwenparadies im Atlantik

Die Sisargas-Inseln ist ein kleiner Archipel unbewohnter Inseln vor dem Ort Malpica de Bergantiños an der Costa da Morte in Galicien. Wir kommen am frühen Abend kurz vor Sisarga Grande an und setzten den Anker. 43°21 N 8°50 W, zwar sind hier Anker Bojen, aber wir sind uns nicht sicher, ob eine davon unser Boot halten kann, denn es windet hier ganz schön. Das Boot schaukelt extrem und auch die Nacht ist sehr unruhig, aber wer hierherkommt, den belohnt die Einzigartigkeit dieser bezaubernden Insel. Das Wasser ist türkisblau und klar und es scheint als würde der Ort mich rufen. Über unser kleines Beiboot geht es zu einer alten Anlegestelle mit Treppe.

Hier machen wir unser Dinghy fest und schauen, wo wir ohne die Natur zu stören, lang laufen können. Ein kleiner Trampfelpfad zeigt uns einen Weg nach oben. Glockenförmige, hochgewachsene, pinkfarbene Blüten, im Inneren weiß umrandeten und mit dunklen Flecken übersät, begrüssen mich im Halbschatten, wie alte Freundinnen. Schon als kleines Mädchen liebte ich die Purpurglöckchen, das Zuhause der Waldelfen und Feen. Fingerhütte, die im Juni in den Wäldern wild blühen, sind hier so reich an der Zahl, als hätte sie jemand gepflanzt und werden weiter oben, in der Sonne von einem Meer von Margariten und wildem Farn abgelöst.

Hunderte Möwen geben Alarm, dass wir hier sind und bunte Salamander huschen an uns vorbei, ins nächste Gebüsch. Mit ehrfurcht und ganz langsam, fast auf Zehenspitzen gehen wir den kleinen, wilden Pfad weiter, gucken sehr genau wo unser Fuss das nächste mal aufsetzen kann, hier könnten ja auch Bodenbrüter leben. Wir nehmen Budhi, obwohl er nicht jagt, an die Leine. „Hinter mich!“, ist das Kommando, das bedeutet er darf nicht vor uns laufen, sondern hinter dem Herrchen, der es ihm sagt. Ich komme nur langsam vorwärts, weil ich hingerissen bin von der Schönheit dieser wilden Natur und den weissen Vögeln, die jeden meiner Schritte beobachten.

Trotz des kleinen Trampelpfades, ist alles hier so ursprünglich. Ich muss mich kurz setzen, um nicht umzufallen. Mir ist ziemlich schwindlig, entweder ist es nur der Schlafentzug, oder aber dieser wunderschöne Ort, der in jede Pore meines Seins eindringt. Ich will hier nicht mehr weg, aber ich spüre auch, dass die Vögel Simon und mich, als Eindringlinge sehen und eigentlich ganz höflich uns zu verstehen geben, dass es Zeit ist wieder zu gehen.

„Danke“, flüstere ich, „Danke, dass ich hier sein durfte. Das ich einen kleinen Film aufnehmen konnte, um so vielen Menschen, diese Herrlichkeit zu zeigen.“ Meine Mutter ist schon über 80 Jahre, als meines Vaters Herz aufhörte zu schlagen, bekam sie einen Herzschrittmacher. Sie wird in diesem Leben keine grossen Reisen mehr machen. Für Sie mache ich diese Aufnahmen und für alle Menschen, die so empfinden wie ich. Unsere Erde ist wunderschön und ich möchte soviel festhalten und teilen, wie es mir möglich ist.

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